Maibaum

Maibaum in der Ortsmitte Missen

Am 01. Mai eines jeden Jahres wird in vielen Teilen Bayerns ein Maibaum in der Dorfmitte errichtet. Wie könnte man den Wonnemonat passender begrüßen, als mit einem zünftigen Fest. Das findet in Missen in der Ortsmitte alljährlich statt. Der Maibaum ist der ganze Stolz eines Dorfes. Diese Maifeier wird von den Musikkapelle und dem Trachtenverein festlich umrahmt.

 

Der eigentliche Maibaumbrauch ist ab dem 13. Jahrhundert belegbar und war Sinnbild für die Hoffnung auf eine fruchtbare Frühjahrs- und Sommerzeit. Der heilige Baum wurde in die Dorfgemeinschaft gebracht, um seine segenbringende Wirkung auf Menschen, Vieh, Felder und Gehöfte ausüben zu können. Als geeigneten Termin dafür sah man den 1. Mai. Die erste Maibaumaktion begann im Jahr 1225 in Aachen, als alle Gemeindemitglieder ausgelassen um einen großen Maibaum tanzten. Der dortige Pfarrer nahm an diesem für ihn eindeutig heidnischen Brauch derart Anstoß, daß er kurzerhand zur Axt griff und den Baum fällte.

Maibaumaufstellung mit Blasmusik und Trachtenverein

Im 18. Jahrhundert traten dann die sogenannten Figurenbäume in Erscheinung, die mit handwerklichen Zunftzeichen oder religiösen oder patriotischen Emblemen geschmückt waren. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde in Bayern dem Brauch des Maibaumschlagens Einhalt geboten. Doch ganz verbieten ließ sich dieser Brauch trotz aller Strafen nicht. Ab dem Jahr 1808 wurde den Gemeinden die Selbstverwaltung zuerkannt, die von eigenen Bürgermeistern getragen wurde. Damit entstand auch im Maibaum wieder ein Zeichen nationalbayerischen Selbstbewußtseins. Auch die Könige Ludwig I und Max I unterstützten diesen Brauch. Nach dem 1. Weltkrieg 1919 wurde der 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag erhoben, später zum Volksfeiertag ernannt; der Maibaum war dabei unentbehrliches Requisit und sollte das Volk in nationale Aufbruchstimmung versetzen.

Maibaum in Missen

1945 nach Ende des Krieges konnte Deutschland zweifellos ein Zeichen brauchen, das einen neuen Frühling ankündigte. Ab 1955 gliederte Papst Pius XII diesen Brauch auch in die Kirchen ein, der "christliche Tag der Arbeit" wurde ins Leben gerufen. In Weitnau waren noch vor hundert Jahren am 1. Mai die "Maien" in Gestalt verzierter Bäumchen üblich. Um die damals noch kurzen Stangen wurde "etwas Grünes", wie Birkengrün, Zweige von Stechholder oder Stachelbeerboschen herum gebunden und vor dem Haus aufgestellt oder auf die Brunnensäule gesteckt. Dort blieben die Maien mehrere Tage. Heutzutage wird auch ein großer Baum aufgestellt und schon am Vortag mit den Zunfttafeln und bunten Bändern geschmückt. Dieser Baum muß jedoch von den jungen Dorfbewohnern beschützt werden, denn nach alter Sitte wollen "Diebe" aus den Nachbardörfern den Baum schon vor dem Fest stehlen. Gelingt dieses, kann der Baum nur mit viel Bier und einer guten Brotzeit wieder ausgelöst werden um in der Dorfmitte aufgestellt zu werden.

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